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CHAKUZA (AT) „EXIT - TOUR 2015“

Chakuza kennt Höhen wie Tiefen – als Mensch und als Künstler. Denn die Geschichte des Rappers Chakuza ist eine Geschichte von Erfolg und Enttäuschung, von Aufstieg und Aufprall, von laut und leise. Eine aufregende Geschichte ist es allemal.

Chakuza, der Battle-Rapper aus Österreich, der eine große Chance bekam und diese am Schopf packte. Dann aber merken musste, dass man seinem Umfeld und, in erster Linie, sich selbst nicht ewig etwas vormachen kann. Aus dem ländlichen, ja, behüteten Linz ging es für Peter Pangerl von einem Tag auf den anderen direkt in den Berliner Großstadtdschungel, vom Kellerstudio direkt auf die Bühne neben einen der größten und kontroversesten Szene-Stars.

Das eigene Produzententeam Beatlefield produzierte in fünf Jahren etliche Erfolgsalben, Chakuza platzierte drei eigene Platten in den Top 10 der deutschen Charts. Für ihn ging es in eine aufregende Welt, die ihn faszinierte, ihm aber mit der Zeit immer suspekter wurde. Als die Verträge bei Ersguterjunge ausliefen und niemand so wirklich in Erwägung zog, sie zu verlängern, stand Chakuza vor der schweren Aufgabe, seinen Fans und sich selbst zu erklären, wer er als Künstler tatsächlich ist.

»Für ›Exit‹ musste ich einfach mein Ding machen. Alleine. Und das fertige Werk dann meinem Umfeld hinknallen. Es war sehr wichtig, dass die ganze Musik komplett autark entstanden ist.« In dem Haus in Holland ist Chakuza in seiner eigenen Welt, nur mit sich selbst. „Exit“ ist kein Beat-Sammelsurium, wie man es von anderen Rap-Platten kennt, sondern ein Gesamtwerk mit rotem Faden aus dem sprichwörtlichen einen Guss. Wahrscheinlich auch weil es mit Raf Camora nur ein Rap- Feature gibt, und mit Jonathan Walter und Maxim nur zwei weitere Gäste auftauchen, die dazu noch perfekt in die raue, melancholisch aufgeladene Textur von »Exit« passen.

»Ich wollte, dass es sich wieder nach Musik anfühlt. Vielleicht ist deswegen auch nicht alles rund auf dem Album.« Die Songs basieren nicht auf HipHop-Beats nach Schema F, aber natürlich kann Chakuza nicht aus seiner Haut als Rapper. »Ich bin Rapper. Ich will mir nicht anhören müssen, dass ich das nicht kann. Weil: Ich kann es!« Mit so viel Energie hat man ihn schon lange nicht mehr am Mikrofon erlebt. In der musikalischen Welt zwischen zurückhaltendem Indie-Rock und hochaktuellem Cloud Rap fühlt sich Chakuza sichtlich wohl. Diese neuen Einflüsse ermöglichen einen Schritt nach vorne, dank eines neuen Umfelds, das von seiner Welt keine Ahnung hat.

Eines hat sich nicht verändert: Chakuza ist nach wie vor angefressen. Auch aus dieser Haut kommt er nicht. Er raunzt und schnaubt, begibt sich in ein dunkles Loch, auch um sich dort nicht nur zu arrangieren, sondern vielleicht sogar ein wenig gut zu fühlen. Er motzt über die normalen Probleme, die jeder hat. Ohne Kitsch und Blumereien. »Ich kann mit fröhlicher Musik überhaupt nichts anfangen. Ich brauche diese Melancholie, dieses Traurige – es muss nur immer genug Energie haben.« Diese Energie ist in Chakuzas Rap-Parts zu spuüren, auch wenn »Exit« in seiner Gesamtheit ein leises Album geworden ist. Ein Album, das keinen Lärm, Stress, kein Gebrüll braucht, um groß zu sein. Zur Veröffentlichung von »Exit« wird Chakuza aus Berlin wegziehen. Es geht nach Bayern auf einen eigenen Gutshof mit mehreren Häusern, Pferden, eigenem Brunnen, Bach und Wald. Tür auf.

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Mehr Infos findest du auf der Rockhouse-Website.

Foto: 11239

Chakuza - Faden verloren

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